Bildung - Zukunft - Südtirol

Bildung hat Vorrang

Neues Bildungsleitbild vorgestellt – Weichenstellung für Südtirols Bildungspolitik

Bildungspolitik braucht den breiten Konsens der Bevölkerung, sonst ist sie zum Scheitern verurteilt. Auf der Basis dieser Überzeugung hat Landesrat Otto Saurer vor einem Jahr ein Bildungsleitbild in Auftrag gegeben, dessen Ergebnis heute vorgelegt wurde. Über 600 Personen wurden in dieser Zeit in unterschiedlicher Form in den Prozess einbezogen. Herausgekommen ist ein Leitbild, welches die Eckdaten für die Bildungspolitik der nächsten Jahre festschreibt.

Dass Bildung in der zukünftigen Entwicklung unseres Landes Vorrang haben muss, dessen ist sich nicht nur der Landesrat sicher. Auch die Bevölkerung steht hinter dieser Forderung, so eines der wichtigsten Ergebnisse der Leitbildarbeit. Daraus abgeleitet ist eine weitere Vorgabe: jeder Mensch hat das Recht, sich zu bilden und zwar in allen Lebensphasen und in größtmöglicher Eigenverantwortung. Deshalb muss Bildung auf den einzelnen Menschen ausgerichtet sein, in ihren Angeboten, Methoden, Strukturen. Dazu bedarf es einer Vernetzung der Bildungsträger und einer garantierten Durchlässigkeit der einzelnen Angebote. Das bedeutet auch, eine Gleichwertigkeit von berufsbildenden und allgemeinbildenden Bildungswegen. Ein weiteres Anliegen des Leitbildes ist die Vernetzung von Bildung und Arbeitswelt. Und schließlich braucht Bildung Rahmenbedingungen. Diese sind von der öffentlichen Hand zu schaffen, zu finanzieren und zu garantieren, so steht es im Leitbild.

 

Landesrat Saurer, der die einzelnen Schritte des Leitbildprozesses mit großem Interesse mitgestaltet hat, ist mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. „Bevölkerung und Bildungsträger haben produktiv zusammengearbeitet, und den Beweis erbracht, dass Bildung in Südtirol ein wichtiges Thema ist.“ Der Landesrat ist sich bewusst, dass Leitbildprozess und öffentliche Diskussion damit nicht abgeschlossen sind. Viele im Leitbild angesprochene Themen bedürfen einer Vertiefung und sind im Detail und in der Umsetzung noch auszudiskutieren. Drei Schritte will Saurer aber kurzfristig setzen. Bereits in den nächsten Wochen sollen die Inhalte des Leitbildes an der Uni Bozen mit der italienischen Bildungswelt diskutiert werden. Damit will Saurer eine neue Diskussionsbasis mit der italienischen Bevölkerung eröffnen. Der zweite Fokus gilt dem Verhältnis zur Lehrerschaft, mit der der Landesrat ins Gespräch kommen will. Das dritte Vorhaben gilt der Umsetzung nach der Forderung nach Mehrsprachigkeit, die von der Bevölkerung sehr stark artikuliert wurde.

In die Zukunft schauen