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Begriff: Open Space

Open Space (englisch für „offener Raum“) oder Open Space Technology, ist eine Konferenz-Methode für große Gruppen (Erfahrungsgemäß für 30 bis 800 Leute geeignet).

Die Idee einer interaktiven Großveranstaltung wurde erstmals in München realisiert. Die Siemens AG stand vor der Frage, wie die Siemenstagung 1973 zu gestalten sei. Ausgelöst durch das Klima der „68er“ Jahre und dem Wunsch mehr Kreativität und weniger Hierarchie in der Kommunikation der Elite eines Unternehmens zu leben. Der Siemens-Vorstand unter Führung von Bernhard Plettner beschloss, Diskussion und kreative Auseinandersetzung zu wagen. Den offenen Raum zu geben, den die 1000 Siemens Führungskräfte, die in einer autoritären Zeit - 30er Jahre - die entscheidende Sozialisation erfahren hatten, zu mehr Offenheit im Miteinander zu ermutigen.

Die Idee und die Umsetzung dieser Idee in ein praktikables Konzept geht auf Eberhard Schnelle (Quickborner Team/Metaplan) zurück. Zusammen mit Helmuth Volkmann, Siemens AG, und einem jungen Team von Siemens-Mitarbeitern wurde diese Großveranstaltung geplant und durchgeführt. An 25 Themenständen, die Wichtiges und auch Kontroverses zur Diskussion anboten, konzentrierte sich die Kommunikation. Das mit 1000 Menschen erprobte Konzept fand Nachahmer und entfaltet heute mit den neuen Möglichkeiten der Kommunikation eine ganz neue Wirksamkeit.

Sie wurde in USA von Harrison Owen um 1986 weiterentwickelt und ist vor allem im Angelsächsischen Raum verbreitet.

Hauptziel des Open Space ist es, möglichst viele Menschen zu mobilisieren, um komplexe gemeinschaftliche oder persönliche Probleme zu lösen.

Dabei sollen sich die Teilnehmer nicht nur beteiligen, sondern ein möglichst breites Commitment oder gegenseitiges Verständnis erreichen, und es soll jeder den Raum und die Möglichkeit erhalten, sein Herzensthema vorantreiben zu können.

Wichtige Elemente
 

  • Kreis zu Beginn und Ende (alle sind gleichberechtigt)
  • Weißes Brett (alle Informationen für jeden sichtbar)
  • Kreis und das Weiße Brett bilden den Marktplatz, dort finden sich die Themen und Gruppen
  • Gesetz der zwei Füße - jeder kann jederzeit die Gruppe wechseln (Es passiert nur das was man selbst will).
  • Kleingruppen (dort gibt es dann Leute, die bei der Gruppe bleiben, Leute die die Gruppe verlassen und ggf. andere Gruppen mit den Ideen befruchten)
     
    • Als Regeln für die Beteiligung in den Workshops (Kleingruppen) gelten:
    • Bring dich ein!
    • Sei ehrlich!
    • Lass es geschehen!

 
Aufgrund der ungezwungenen und wechselnden Gruppenzusammensetzungen nennt man das Open Space auch gerne die organisierte Kaffeepause. Ursprünglich für diesen Begriff, waren Owens Erfahrungen von einem früheren Kongress, bei dem die Teilnehmer - trotz sorgfältigster Vorbereitungen, was Redner- und Themenauswahl betraf - in der Reflexion die Kaffeepausen am meisten lobten.

 

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